Raumfahrtzeitalter - Science Fiction - Golden Age - Steampunk - Space Age Design - Pop Kultur - Weltraum - Zukunft - Texte ...u.v.m...

Freitag, 22. Februar 2013

Blick zurück: 20 Jahre "Babylon 5"

Heute, am 22 Februar, feiert eine meiner Lieblingsserien ihr 20jähriges Jubiläum: Babylon 5
Eine gute Gelegenheit, um den kleinen Artikel, den ich damals zum Deutschlandstart der TV-Serie schrieb, heraus zu kramen. Ursprünglich sollte der Text sehr viel länger werden, ich hatte damals versucht DIE WOCHE für das das Thema zu begeistern, leider vergeblich. Die hier vorliegende Fassung stand so in der Berliner Zeitung (3.8.1995).



Babylon 5 - Der Weltraum ist groß

"Bevor du nicht versucht hast, eine TV-Serie zu produzieren, weißt du nicht, was Ärger ist", sagt Joseph Michael Straczynski, und der Mann weiß, wovon er spricht. 
Wenn auf dem TV-Bildschirm "remoduliert" oder "rekonfiguriert" wird, weiß der kundige Zuschauer, daß er sich im Star Trek-Universum befindet, wo trotz intensivster Technik-Anbetung ständig geschraubt wird und alles blitzblank und steril ist - inklusive der Protagonisten. 
Doch der Weltraum ist groß, dachte Straczynski und entwickelte sein Space-Epos "Babylon 5". Daß er seine Idee ausgerechnet der "Star-Trek"-Gesellschaft Paramount vortrug, sollte sich als Fehler erweisen. "Casablanca im Weltraum" sollte es sein - eine Raumstation, wo verschiedene Alien-Rassen friedlich zusammenleben. 
"Ich habe Paramount mein Konzept vor sechs Jahren vorgestellt", erzählt Straczynski. Erst habe alles so gut ausgesehen, doch plötzlich sollte es etwas völlig anderes sein. 
"Und aus dem Nirgendwo kommt plötzlich Deep Space Nine und sieht ein klein bißchen aus wie ,Babylon 5'", ergänzt Harlan Ellison. Er ist "Konzept-Berater" bei "Babylon 5". 
Anscheinend kommt niemand an "Star Trek" vorbei, sei es, um Vergleiche zu ziehen, oder um Überläufer vorzuführen. Schauspieler Walter Koenig "Chekov" hat einen Gastauftritt, und Andreas Katsulas, der Romulaner Tomalak aus der "TNG", spielt eine der Hauptrollen. David Gerrold, der die beliebteste aller "Star-Trek"-Episoden "Trouble with Tribbles" schrieb, ist genauso wie die Trek-Autorin Dorothy Fontana zum "Babylon"-Team gestoßen. 
Anders, besser zu sein als die Erfolgsserie "Star Trek", ist das Ziel aller. "Babylon 5" wartet mit einer Ideenfülle und großem Detailreichtum auf. Vorbei sind die Zeiten der Pappkulissen. Die Verwendung des "Video-Toasters" und einer 3-D-Software, ermöglicht beeindruckende Special Effekts. 
"Wenn bei ,Star Trek' eine Weltraumschlacht stattfindet, wackelt die Kamera. Bei ,Babylon 5' zeigen wir die Schlacht." Trotz eines 14-köpfigen Stammpersonals und wechselnder Drehorte sind die Produktionskosten nur halb so hoch wie bei Star Trek - TNG.
"In der ersten Staffel wollten wir unser Universum etablieren", so Straczynski. "In der zweiten konzentrieren wir uns auf die Charaktere." Die sollen vor allem menschlich sein. 
Der Autor hat seine Science-fiction-Saga für fünf Staffeln angelegt, wobei keine einzelnen Episoden wie bei "Star Trek", sondern eine durchgehende Geschichte erzählt wird. 
Dennoch hat sich bislang kein Sender darauf eingelassen, das komplette Fünfjahrespaket zu kaufen. PRO 7 hat 44 Folgen ins Programm genommen.
©Myra Çakan - 1995

1 Kommentar:

kritisch-konstruktiv hat gesagt…

Ein guter Artikel, wenn auch natürlich auf die Vergangenheit bezogen :-)
Es ist ja auch sehr erfreulich, dass auch führende Persönlichkeiten sowohl des Star-Trek, als auch des Babylon-5-Universums immer wieder Gesten der Kooperation gesetzt haben, allen voran Majel Barret-Roddenberry, die Witwe des Star-Trek-Erfinders.
Ich finde B5 auch heute noch richtig und und muss sogar festhalten, dass die pessimistische Atmosphäre der Serie die heutige Welt leider sehr gut wiederspiegelt. Das Jubiläum war jedenfalls auch mir einen Blog-Eintrag wert!