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Samstag, 10. November 2012

Leseprobe: "Dreimal Proxima Centauri und zurück"


Eine aufregende Reise nimmt ihren Anfang
»Und, hat die alte Schabracke Sie endlich gehen lassen?« herrschte Lurs von Luna sie ungeduldig an.
»Ja, aber wieso, was ist denn?« Mimsy wusste überhaupt nicht, wie ihr geschah. So ein Flegel.
»Ihr Findschlüss. Wie wollen Sie ohne ihn in Ihre Kabine finden?« lautete die mysteriöse Antwort. »Hier, nehmen Sie, und dann zügig voran.«
Mimsy drehte den kleinen, kegelförmigen Gegenstand etwas ratlos in den Fingern, beschloss aber, dass es wohl klüger wäre, dem voranstürmenden Impresario zu folgen, anstatt sich durch Fragen erneut mit ihrer Unwissenheit zu blamieren. 
Warum hatte sie nur niemand besser auf diese Reise und ihre Anforderungen vorbereitet? Plötzlich meinte sie, aus dem Nirgendwo Madame Halcions Stimme zu hören, die energisch »Hören Sie auf zu flattern, Kind«, befahl. Wenn es doch nur so einfach wäre, dachte Mimsy verzagt.
Und was war das schon wieder? Die dezente Muzak, die beruhigend durch die teppichbelegten Gänge der ersten Klasse plätscherte, wich einer sanften Frauenstimme, die freundlich, aber bestimmt erklärte: »Werte Reisende, in Kürze begibt sich die Stern von Beteigeuze in den Überflugmodus. Wir bitten alle Passagiere, umgehend die Kokons in ihren Unterkünften aufzusuchen.«
Da waren sie wieder, dieser Überflug und die Kokons. Warum sagte niemand, wann dieses ominöse Ereignis eintreffen würde? Woher sollten die Passagiere denn wissen, wann sie in ihren Kokons zu liegen hatten? Das war wirklich eine Zumutung und dieser impertinente Mensch darüber hinaus alles andere als hilfreich. Soeben bog er in den nächsten Gang und wenn sie nicht den Anschluss verlieren wollte, müsste sie sich in Trab setzen. Und schon wieder erklang eine tadelnde Stimme. Nur diesmal gehörte sie der Beharrlichen Schwester Ingnatia-Igel vom Orden des Blutenden Herzens: »Eine Dame rennt nicht, Fräulein Mimkovsky, und eine Dame bewahrt immer Haltung.«
Mimsy Mimkovsky streckte das Kinn vor. Ja, genau das würde sie tun. Haltung bewahren. Nicht weil sie die Schwestern nicht enttäuschen wollte, sondern weil Haltung ihre Rüstung war. Was hatte ein armes, herkunftsloses Fräulein wie sie denn sonst dem Leben entgegenzustellen? So gestählt setzte sie sich in Bewegung, um zu Herrn von Hochnase – Mimsy hatte beschlossen, dass sie ihn ab jetzt für sich so nennen würde - aufzuschließen. Nur gut, dass sie für diesen Tag festes Schuhwerk angezogen hatte.(...) 


Dreimal Proxima Centauri und zurück
   
Bevor sie an Bord der Stern von Beteigeuze ging, glaubte Mimsy Mimkovsky das Schlimmste, das ihr auf der Reise zum Planeten Proxima Centauri 2 passieren könnte wäre, die Launen von Madame  Halcion, ihrer Arbeitgeberin, ertragen zu müssen. Doch die exzentrische Diva und ihr überheblicher Impressario sollten bald das Geringste von Mimsys Problemen sein. Auf dem luxuriösen Kreuzfahrtraumschiff ist kaum einer der Passagiere, was er vorgibt. Als bei den Proben zur traditionellen Bordrevue "Schieß mich zum Mars, Liebling" eine wichtige Requisite verschwindet, ist dies der Auftakt einer furiosen Space Opera die ihresgleichen sucht.

Die Autorin vermischt Science-Fiction, ebenso schamlos wie stilsicher, mit Elementen der Screwball-Comedy und des viktorianischen Unterhaltungsromans. Abgerundet wird das brisant-amüsante Spektakel mit einem guten Schuss Steampunk.
"Ganz großes Kino: Eine ebenso kosmische wie komische Kreuzfahrt quer durchs Weltall – in immer neuen, spannenden Wendungen entfaltet sich ein Panorama aus geheimnisvollem Geschehen und sternenfunkelnden Gefühlen. Wo kann ich hier eigentlich den Knopf drücken, um zu zeigen, dass mir das Buch gefällt?"    (Peter Glaser)
kindle               epub
Als Paperback gibt es "Dreimal Proxima Centauri und zurück" natürlich auch. 

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