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Sonntag, 1. April 2012

Die Tribute von Panem - Rezension

"Brot und Spiele" kannte man bereits im alten Rom und auch in Panem, den ehemaligen Vereinigten Staaten, vertreibt man sich in der dekadenten Hauptstadt die Langeweile mit blutigen Gladiatorenkämpfen, den einmal im Jahr stattfindenden Hunger Games. Und in den zwölf Distrikten verfolgt die verarmte Bevölkerung ebenfalls mit Spannung den Ausgang des Wettkampfes.
Mit gutem Grund, sind es doch die Kinder aus ihrer Gemeinschaft, die als so genannte Tribute einen Blutzoll zahlen müssen, denn bei den "Hunger Games" kann es immer nur einen Sieger geben - den letzten Überlebenden.

Die 16-jährige Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) lebt mit ihrer Mutter und der kleinen Schwester Prim im Distrikt der Bergleute. Elend und Hunger sind allgegenwärtig, und so geht Katniss mit Pfeil und Bogen zum Jagen in die Wälder. Doch schon bald wird sie auf menschliche Ziele anlegen müssen, denn ihre kleine Schwester wurde als Tribut ihres Distrikts für die "Hunger Games" ausgewählt und Katniss bietet sich an, ihren Platz einzunehmen.

Zusammen mit dem gleichaltrigen Peeta (Josh Hutcherson) wird sie in einem luxuriösen Hochgeschwindigkeitszug in die Hauptstadt gebracht, wo sie auf ihre Rolle bei den Spielen vorbereitet werden soll. Dabei zeigt sich schnell, dass nicht nur kämpferisches Talent gefragt ist, denn nur wer sich vor den Medien gut verkauft, hat auch eine Chance Sponsoren zu finden, die unter Umständen lebenswichtige Spenden schicken können. Keine leichte Aufgabe für das rebellische und willensstarke Mädchen.

Der Film basiert auf dem ersten Teil der überaus erfolgreichen Jugendbuch-Trilogie von Suzanne Collins, die auch an dem Drehbuch mitwirkte (Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele). Schon vor dem Kinostart in den USA wird "Hunger Games" ein ähnlicher Erfolg wie der "Twilight"-Serie prophezeit und die beiden Fortsetzungen sind bereits in Planung. Mit den jugendlichen Hauptdarstellern hat man eine gute Wahl getroffen. Besonders Jennifer Lawrence ("Winters Bone") überzeugt als kämpferische und gleichzeitig auch sehr verletzliche Heldin.
Für die Rollen der Erwachsenen konnten gestandene Darsteller wie Donald Sutherland (Präsident Snow), Stanley Tucci als Showmaster der "Hunger Games" oder auch Woody Harrelson als Coach von Katniss und Peetas verpflichtet werden. Wobei gesagt werden muss, dass die jugendlichen Schauspieler mehr zu überzeugen wissen und einfach "echter" wirken. Zu erwähnen wäre noch Lenny Kravitz, der als Stylist dafür sorgt, dass die Tribute aus Distrikt 12 einen bleibenden Eindruck in der Öffentlichkeit hinterlassen. 
"Die Tribute von Panem" ist zweifellos ein sehr gut gemachter Science-Fiction-Film - atmosphärisch stimmig und spannend in Szene gesetzt. Wobei Gary Ross (Regie und Drehbuch) bisher eher mit zurückhaltend inszenierten Filmen, wie "Pleasantville" oder auch "Seabiscuit" in Erscheinung trat. Allerdings werden Kenner des Genres die eine oder andere "Anlehnung" an bekannte Vorbilder erkennen. An erster Stelle wäre hier "Running Man" (1987) zu nennen.
Die Botschaft des Filmes hinterlässt allerdings einen schalen Nachgeschmack. Die Beschreibung einer Gesellschaft, in der man Menschen zwingt, ihre Kinder zu opfern, ist gewiss eine großartige und auch erschreckende Metapher. Heranwachsende, die sich in einem Spektakel gegenseitig abschlachten, als tragendes Handlungselement einzusetzen, ist aber zumindest fragwürdig.
©Myra Çakan
Die Tribute von Panem, USA 2012, Regie: Gary Ross - All Images: ©Lionsgate

Kommentare:

der bronsen hat gesagt…

Mir kommen die Figuren zu gut genährt vor für das Elend, das dargestellt werden soll.

Nuja ich hab nur Stills und Poster gesehen; The Machinist hatte dennoch ein einprägsameres Cover.

Myra Çakan hat gesagt…

ja, mit der Logik hapert's öfter.