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Montag, 29. August 2011

Cowboys & Aliens - Rezension

Es sind die typischen Westernklischees, die John Favreau (Iron Man) in seinem neuen Film Cowboys & Aliens aufmarschieren lässt - angefangen vom geheimnisvollen Fremden mit dunkler Vergangenheit bis hin zum furiosen Finale mit viel Pulverdampf. Doch anders als in typischen Pferdeopern gibt es hier nicht nur Cowboys oder dazu passende Indianer, sondern, wie der Titel schon sagt, auch Aliens. Und diese Mischung bringt's.
Als Jake Lonergan (Daniel Craig) ohne Stiefel, aber mit einer vermeintlichen Schusswunde mitten im Nirgendwo aufwacht, kann er sich nicht einmal an seinen Namen erinnern - und erst recht nicht, woher er diesen seltsamen Metallreif an seinem linken Unterarm hat. Aber die harte Realität des Wilden Westens im Jahre 1873 gibt ihm nicht viel Zeit zum Sinnieren. Wie aus dem Nichts tauchen Strauchdiebe auf und sehen in dem scheinbar Wehrlosen ein willkommenes Opfer. Allerdings entpuppt sich der Fremde als äußerst effektive Kampfmaschine und am Ende der Auseinandersetzung hat er neue Stiefel, neue Klamotten, ein Pferd und einen Hund.
Sein Weg für ihn nach "Absolution", einer Stadt die darauf wartet, von der Eisenbahngesellschaft überrollt zu werden, um dann dem Vergessen anheim zu fallen. Bis dahin vergnügt man sich mit billigem Whiskey im Saloon und versucht dem durchgeknallten Sohn (Paul Dano) des despotischen Colonel Dolarhyde (Harrison Ford) aus dem Weg zu gehen. Nicht so der Fremde, doch seine Einmischung sorgt nur dafür, dass er selbst als gesuchter Verbrecher erkannt wird.
Mit Hilfe einer schönen Revolverheldin (Olivia Wilde) gelingt es dem örtlichen Sheriff (Keith Carradine) Lonergan zu verhaften. Als jedoch plötzlich seltsame "Dämonen" am Himmel auftauchen und sich anschicken, "Absolution" in Schutt und Asche zu legen, nimmt die Geschichte einen unerwarteten und aberwitzigen Verlauf.

Bereits der Filmtitel "Cowboys and Aliens" impliziert ein ungewöhnliches Kino-Abenteuer. So wundert es nicht, dass sich Hollywood die Titelrechte an dem gleichnamigen Comic von Mitchell Rosenberg ("Men in Black") noch vor dessen Veröffentlichung sicherte. Und nicht nur Produzent Steven Spielberg fragt sich, warum man nicht schon längst auf diese Idee gekommen ist.
Science Fiction im Wilden Westen gab es bereits in Barry Sonnenbergs Wild Wild West, das Potential zum Kultfilm hat aber eindeutig "Cowboys & Aliens". John Favreau gelingt es, den hohen Erwartungen auf äußerst unterhaltsame Art gerecht zu werden und geschickt mit altbekannten Genre-Versatzstücken zu spielen. Da prallt der Wilde Westen, in dem Feiglinge zu Helden werden, auf typische Alien-Invasionsszenarien. Gleichzeitig gelingt das Kunststück, der Handlung immer wieder eine neue, überraschende Wendung zu geben.
Und Daniel Craig als schlagkräftiger und gebrochener Held verfügt über eine Leinwandpräsenz, die an die Western-Ikonen wie John Wayne und Clint Eastwood erinnert. Dazu kommt ein Ensemble dem man die Spielfreude anmerkt, sei es nun Clancy Brown als markige Hand Gottes oder Sam Rockwell als dünnhäutiger Saloonbesitzer. Gelungene Special Effects und rasante Stunts unterstützen die Story und dienen nicht, wie so oft, als Zuckerguss der eine allzu magere Geschichte überdecken soll. Und über die immer wieder gern gezeigten glibberig-fiesen Außerirdischen sieht man hinweg, wenn einem soviel Unterhaltsames geboten wird.
©Myra Çakan
Cowboys & Aliens USA, 2011, Regie: Jon Favreau
Images: ©Universal Pictures

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