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Montag, 18. Juli 2011

Avatar - Aufbruch nach Pandora - Rezension

Mehr als zehn Jahre sind vergangen, seit James Cameron bei der Oscar Verleihung verkündete: „Ich bin der König der Welt“! Jetzt ist er König und zwar von der geheimnisvoll-exotischen Welt Pandora. Viel wurde im Vorfeld über sein neueste Werk „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ berichtet und groß ist die Erwartungshaltung. Kann Cameron „Titanic“ noch übertreffen? Die Chancen stehen nicht schlecht, denn mit „Avatar“ ist ihm der gleiche Quantensprung gelungen wie George Lucas mit „Star Wars“ (1977). 

Eigentlich müsste der Marine Jake Sully (Sam Worthington) ein verbitterter Mann sein. Weil dem Militär seine Behandlung zu teuer ist, ist er auf den Rollstuhl angewiesen. Auf dem Mond Pandora wartet jedoch eine neue Aufgabe auf Jake – und die Chance auf neue Beine, sofern er denn kooperiert. Doch Pandora ist eine brandgefährliche Dschungelwelt. Nicht nur die Luft ist für Menschen giftig, auch Flora und Fauna scheinen alles dran zu setzen die schwer bewaffneten Eindringlinge zu dezimieren. Wobei die humanoiden Eingeborenen, die sich selbst Na’vi nennen, mit ihren in Nervengift getränkten Pfeilspitzen noch den geringsten Anteil daran haben. Um sich unter den Eingeborenen bewegen zu können wurde das Avatar-Projekt gestartet. Jake soll den Platz seines toten Zwillingsbruders einnehmen und dessen Avatar, einen geistlose Klon aus menschlicher DNS mit dem Aussehen der fast drei Meter großen Na’vi, mit seinen Gedanken und Empfindungen beleben und steuern. 

Schon bald zeichnet sich ab, dass die Menschen auf Pandora verschiedenen Interessensgruppen angehören. Die Wissenschaftlerin Grace Augustine (Sigourney Weaver) will mit ihrem Team die faszinierende Welt erforschen und zu einem der Stämme einen Kontakt auf Vertrauensbasis etablieren. Während es Carter Selfridge (Giovanni Ribisi) und seinem Sicherheitsteam, nur darum geht, möglichst schnell und kostengünstig das wertvolle Unobtainium abzubauen, welches unter dem gigantischen Heimatbaum des Stammes zu finden ist. 
Obwohl nur marginal auf seine Mission vorbereitet, wird Jake von den Na’vi halbwegs wohlwollend aufgenommen. Neytiri (Zoë Saldana), die Tochter des Häuptlings und der Schamanin, soll ihm die Lebensweise ihres Volkes nahe bringen. Schnell gerät Jake zwischen die Fronten und muss sich entscheiden, ob er zum Verräter werden will...
 

„Avatar –Aufbruch nach Pandora“ ist James Camerons erster Kinofilm nach „Titanic“, gleichzeitig bedeutet er die Rückkehr zu dem Genre, dass ihn bekannt gemacht hat: Der Science Fiction. Dabei ist Geschichte von den unterdrückten Wilden und dem Eindringling der sich in die Lebensart und in die Tochter des Häuptlings verliebt, ist genauso wenig neu, wie die Idee über einen Ersatzkörper fremde Welten zu entdecken. Aber Cameron (Drehbuch, Regie, Schnitt und Produktion) erhebt keinen Anspruch auf besondere Originalität der Story. 
Wie in „Aliens“, „Abyss“ oder den beiden „Terminator“-Filmen geht es um die Begegnung mit dem Unbekannten, sei es nun tödlich oder dem Menschen wohl gesonnen, und nicht um vordergründige Action. Wobei „Avatar“ anders als die fast drei Stunden Laufzeit vermuten lassen, keine elegische Erzählstruktur hat. „Avatar“ ist quasi die Synthese der vorangegangen SF-Filme. Hier gelingt es James Cameron in berauschenden Bildern eine durch und durch fremde Welt zu erschaffen und sie mit glaubwürdigen Protagonisten zu beleben. Die esoterische Botschaft des Films kann man verzeihen. Nervend hingegen der stellenweise recht penetrant trommelnde Ethno-Soundtrack von James Horner, er passt eher zu „Pocahontas“ als in die fremde Welt der Na’vi.
All images ©2007 Twentieth Century Fox
Um die phantastische Welt von Pandora „Realität“ werden zu lassen, mussten neue Technologien entwickelt werden. Und so ist „Avatar“ gleich in mehrerer Hinsicht eine filmtechnische Sensation: Nie zuvor wirkte eine im Computer geschaffene Welt samt ihrer Bewohner so „echt“. Dies wurde es mittels ein neu entwickelten Kamerasystems möglich, dass selbst die kleinste Regung in den Gesichtern der Schauspieler einfing um sie, ebenso wie jede Bewegung der Akteure, auf die im Computer generierten Na’vi zu übertragen. Außerdem war es dem Regisseur und den Darstellern mit Hilfe einer so genannten virtuellen Kamera möglich, die auf „Bühne“ aufgezeichneten Szenen unmittelbar in ihrer digitalen Umgebung zu sehen. Des Weiteren wurde der Film komplett im 3-D-Verfahren aufgezeichnet. Was jedoch am bemerkenswertesten ist: Die Technik springt einem nicht ins Gesicht, sondern ist so in die Geschichte integriert, dass sie Teil eines einzigartigen Kinoerlebnisses wird.

Avatar - Aufbruch nach Pandora , Science Fiction, USA 2009, Regie: James Cameron

©Myra Çakan

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