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Dienstag, 24. Januar 2012

Rezension - Source Code


Hat Captain Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) soeben seinen Verstand verloren, oder ist die Welt verrückt geworden? Eine berechtigte Fragen, denn seine letzte Erinnerung ist, wie er als Hubschrauberpilot in Afghanistan im Kampfeinsatz ist. Jetzt sitzt er plötzlich in einem Vorortzug nach Chicago. Ihm gegenüber eine junge Frau (Michelle Monaghan), die er noch nie zuvor gesehen hat, und die ihn mit dem Namen "Sean" anredet. Damit nicht genug, als Stevens den Waschraum aufsucht, stellt er fest, dass auch sein Körper und sein Gesicht zu einem anderen gehören. Bevor er der Sache auf den Grund gehen kann, explodiert die Welt um ihn herum, er findet sich plötzlich in einer seltsamen Metallkonstruktion wieder, ähnlich einer Raumkapsel.
Auf einem Monitor sieht er eine uniformierte, junge Frau (Vera Farmiga). Sie ignoriert seine Fragen und während sie eine Art Rückführungsprotokoll verliest, beginnt sich Colter allmählich zu erinnern. Er ist Teil eines geheimen Regierungsprogramms und befindet sich im sogenannten Source Code. Das bedeutet, sein Bewusstsein wird für acht Minuten in den Körper eines anderen transferiert. In dieser Zeitspanne hat er die Aufgabe, eine Bombe in dem Vorortzug zu finden und den Bombenleger unschädlich zu machen.
Kleiner Haken an der Sache: Der Source-Code-Zustand ist nicht real, das Geschehen, welches es zu verhindern gilt, gehört bereits der Vergangenheit an und alle Menschen in dem Zug sind tot.
Das Drehbuch zu "Source Code" stammt von Ben Ripley, der sich zwar schon seit längerem im Horror- und Science-Fiction-Genre als Drehbuchautor betätigt, ohne sich jedoch einen Namen gemacht zu haben. Das sollte sich jetzt ändern. Obwohl Ripley mit allerlei Stereotypen, angefangen vom gebrochenen Helden bis hin zum verrückten Wissenschaftler, aufwartet und locker Anleihen bei Und täglich grüßt das Murmeltier und Inception macht, ist ihm eine ungewöhnliche und sehr spannende Geschichte gelungen. Und anders wie so viele Parallelwelt- und Zeitreisegeschichten verheddert sich "Source Code" bis zum Schluss nicht in den Realitätsebenen.  
Regisseur Duncan Jones (Moon, 2009) schickt seinen Protagonisten auf eine scheinbar ausweglose Mission, dabei gelingt es ihm ausgezeichnet, die Balance zwischen packender Action und  Kammerspiel zu halten. Immer und immer wieder muss Colter Stevens sein eigenes Versagen erleben, welches nur in einem Ergebnis resultiert: Tod und Verwüstung. Doch auch die klaustrophobische Enge der Kapsel, die sich anscheinend jederzeit zur Todesfalle entwickeln kann, bietet keinen Ausweg. Als Gefangener des Source Codes und dem militärischen Gehorsam verpflichtet, gibt es für Captain Stevens kein Entkommen. Er muss "Seans" letzte acht Minuten solange auf neue durchleben, bis er das Puzzle zusammensetzen kann. Nur so gibt es für ihn Erlösung und Befreiung. 
©Myra Çakan
 
Source Code, Science-Fiction-Thriller, USA 2011, Regie: Duncan Jones - ©Images: Summit Entertainment

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