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Mittwoch, 16. März 2011

Transformers - Rezension

Foto: ©Paramount Pictures
Zufall oder nicht? Die Favoriten im Kinderzimmer scheinen häufig mit "T" anzufangen: Teletubbies, Tamagotchi, Teenage Mutant Ninja Turtles oder Tokyo Hotel. Der Schrecken aller Erziehungsberechtigten mit Hang zu pädagogisch wertvollem Spielzeug heißt jedoch "Transformers". Seit Mitte der 80er Jahre ist der Erfolg der bunten Plastikroboter als Action-Figuren, Comics oder TV-Zeichentrickserie fast ungebrochen. Man wundert sich schon fast, dass noch niemand auf die Idee kam, die "Transformers" ins Kino zu bringen - bis vor zwei Jahren, als Steven Spielberg mit seiner Firma Dreamworks Interesse zeigte und Michael Bay ("Armageddon") - den Mann fürs effektvolle Zerlegen im großen Stil - für die Regie verpflichtete.
Das Ergebnis soll in diesem Sommer weltweit Kassenrekorde aufstellen und dürfte den Verkauf der Plastikroboter tüchtig ankurbeln. Doch wer oder was sind diese "Transformers" eigentlich, die im gleichnamigen Film alles in Grund und Boden stampfen und sich zudem noch in allerlei technisches Gerät verwandeln können?
Foto: ©Paramount Pictures
Sie gehören entweder zur außerirdischen Spezies der Autobots - etwas dusselig, aber tendenziell friedfertig - oder der Decepticons -schlau und richtig gemein. Sie kämpfen seit vielen Jahrhunderten um die Vorherrschaft im Weltall. Die Guten heißen Bumblebee und Optimus Prime und sie sind mit ihren chromglänzenden Kollegen auf die Erde gekommen, um den Frieden in die Galaxis zu bringen.
Doch eigentlich sind die Blechkumpel nur darauf aus, sich ordentlich mit den Decepticons zu keilen. Da sie dabei die Erde zu ihrem Schlachtfeld machen und da es sich um haushohe Roboter handelt, bleibt es nicht aus, dass im Laufe der Geschichte so einiges zerlegt wird. Garniert wird das Ganze mit einer Menge Säbelrasseln und militärischem High-Tech-Schnickschnack, so dass man meinen könnte, versehentlich in einen Werbefilm der US-Marines geraten zu sein. Wäre da nicht noch eine hauchdünne Story, die das ganze Spezial-Effekt-Getöse über zwei lange Stunden zusammenhält.
Sam Witwicky (Shia LaBeouf), ein ganz normaler Kleinstadt-Teenager, der von schnellen Autos und heißen Mädchen träumt, will seine Finanzen mittels Ebay aufbessern und verscherbelt alte Familienerbstücke. Passenderweise ist unter diesen Teilen ein Gegenstand, der für den bereits erwähnten Frieden in der Galaxis dringend benötigt wird. Roboter Bumblebee nimmt -getarnt als schrottreifer Camaro -Kontakt zu dem Knaben auf. 




Foto: ©Paramount Pictures
Und ähnlich wie Stephen Kings Horrorauto "Christine" mischt er sich in Sams Angelegenheiten und versucht sich als Partnervermittler - Romantik und Humor dürfen heutzutage auch in einem Action-Film nicht fehlen. Da aber pubertierende Knaben, selbst mit einem coolen Mädel (Megan Fox) an der Seite, nur selten die Welt im Alleingang retten, gibt es noch einige kernige Marines.
Die im Wüstenkampf erprobten Burschen sind einem Angriff der Decepticons nur um Haaresbreite entkommen und daher in richtiger Haudrauflaune. So kommt, was kommen muss: Der große Showdown zwischen den fiesen Decepticons auf der einen und den braven Autobots mit den tapferen Helden auf der anderen Seite. Und wer Michael Bay kennt, weiß, dass er es gern richtig krachen lässt. Dummerweise ist das nur zum Gähnen langweilig.Damit nicht genug: Steven Spielbergs Einfluß ist ebenfalls unverkennbar und nimmt gelegentlich recht absurde Züge an. So ist das obligate kleine blonde Mädchen dabei zu sehen, wie es mit herzergreifender Unschuldsmine einen der gigantischen Autobots "Zahnfee" tituliert. 

Ob der Titelsong des "Transformers"-Soundtracks vorausschauend als Abbitte an die Kinogänger zu sehen ist, sei dahin gestellt. Doch in dem Song "What I´ve Done" von Linkin Park wird Vergebung und Gnade gesucht ... 

©Myra Çakan
Transformers/USA 2007; Regie: Michael Bay
 

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