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Samstag, 12. März 2011

Rezension: Tron - Legacy

Foto: ©Disney


Vor dreißig Jahren, als mit dem Atari und Commodore die ersten Heimcomputer auf den Markt kamen, waren diese Geräte für viele noch vom Nimbus des Geheimnisvollen umgeben.

„Tron“ (1982) wurde damals als der erste Film angepriesen, in den am Computer animierte Sequenzen eingebaut wurden. Jetzt ist „Tron“ zurück, und wie es sich für einen Film, der größtenteils in einer digitalen
Welt spielt, gehört, wartet „Tron – Legacy“ mit wirklich atemberaubenden Effekten und erstklassiger 3DTechnik auf.

Von seinem Vater blieb Sam Flynn (Garrett Hedlund) nur die Erinnerung, ein millionenschwerer Konzern,
einige „Tron“ Actionfiguren, sowie eine Münze für einen Spielautomaten. Denn Kevin Flynn (Jeff Bridges), der nach seiner Rückkehr aus dem Raster – so wird in „Tron“ der Cyberspace genannt – ein augenscheinlich glückliches Leben als Familienvater und Firmenvorstand führte, verschwand vor vielen Jahren plötzlich spurlos.






Foto: ©Disney

Zwanzig Jahre später: Aus Sam ist
ein unangepasster Adrenalinjunkie geworden, der dem vom Vater vererbten ENCOM Konzern großes Misstrauen entgegenbringt. Und weil Sam ein Rebell ist, lädt er die neueste Entwicklung des Konzerns als kostenlosen Download ins Web.
Kurz darauf erhält Sams Mentor Alan Bradley (Bruce Boxleitner) eine Nachricht aus Kevins altem Büro in einer stillgelegten Spielhalle. Sam findet hinter einer Geheimtür Daddys altes Labor und den Weg in die virtuelle Welt von „Tron“. Auf dem Raster erwarten ihn rasante und gefährliche Gladiatorenspiele, ein hübsches und kluges Programm namens Quorra (Olivia Wilde) und sein verschollener Vater mit seinen digitalen Schöpfungen.

Man könnte „Tron – Legacy“ als typisches Popcornkino beschreiben: schnell konsumiert, süß und knusprig, jedoch wenig sättigend. Das wäre aber nur ein Aspekt des Science-Fiction-Spektakels. Denn mit dem, was hier auf die Leinwand gebracht wurde, wird endlich das Versprechen aus dem Jahr 1982 eingelöst: Was damals noch Idee war, ist heute technisch machbar, und zusammen mit Ausstattung und Sounddesign (genial: „Daft Punk“) ist der audiovisuelle Overkill entstanden. Prägend für „Tron“ waren vor fast dreißig Jahren der Comic-Künstler Jean Giraud (alias Moebius) und Produktionsdesigner Syd Mead („Blade Runner“). „Tron – Legacy“ bleibt deren Look treu. So aufgestellt gelingt den Machern (Regie: Joseph Kosinski, Produktion: Steven Lisberger) das Kunststück, einen zweistündigen Kinofilm ohne nennenswerte Handlung zu fabrizieren – der dennoch unterhaltsam ist.
Die beiden männlichen Protagonisten können zwar nicht so recht überzeugen. Jeff Bridges’ Kevin Flynn kommt als eine Art Rainer Langhans des Cyberspace daher, während Sohn Sam der Pubertät nie entwachsen zu sein scheint. Hier wäre ein jüngerer Schauspieler passender gewesen, zumal „Tron – Legacy“ die gleiche Zielgruppe bedient wie die „Tranformers“-Serie. Da „Tron“ aber vor allem ein überdimensioniertes Computerspiel ist, fallen diese Schwächen kaum ins Gewicht.Was zählt, ist der Spaßfaktor, und der stimmt.

© Myra Çakan
Tron – Legacy. USA: 2011; Regie: Joseph Kosinski

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