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Mittwoch, 23. März 2011

Luc Besson und "Das fünfte Element"

Fotos: © Gaumont
Mit 16 Jahren schrieb Luc Besson (The Big Blue - Im Rausch der Tiefe, Leon - Der Profi ) einen Science-fiction-Roman. Doch erst fünfzehn Jahre später entschloß er sich, aus dem Stoff ein Drehbuch zu machen. Die erste Fassung war allerdings 400 Seiten lang, eine Realisierung hätte damals über 145 Millionen Dollar gekostet. In Zusammenarbeit mit Robert Mark Kamen (Die Karate Kid -Trilogie) entstand eine neue Fassung, bei der einfach nur die Hälfte der Geschichte verwendet wurde - ob es deshalb eine Fortsetzung geben wird, hat Besson allerdings noch nicht entschieden. Sieben Jahre später, nachdem der ursprüngliche Geldgeber Warner Bros. abgesprungen war, kommt Das fünfte Element  in die deutschen Kinos. Bruce Willis (Stirb langsam) spielt die Hauptrolle in diesem im 23. Jahrhundert angesiedelten farbenprächtigen Weltraummärchen - einer Mischung aus Blade Runner und einem ziemlich abgefahrenen Comic.


 

Korben Dallas (Bruce Willis) hat eigentlich genug damit zu schaffen, den drohenden Entzug seiner Luft-Taxi-Lizenz zu verhindern. Zeit, den Helden zu spielen, hat der Ex-Söldner nicht. Doch als das Mädchen Leeloo (Milla Jovovich) buchstäblich vom Himmel in sein Taxi fällt, wird Korben zum Helden wider Willen. Von dem alten Mönch Cornelius erfährt er von dem Tor zwischen den Dimensionen, das sich nur alle 5 000 Jahre öffnet und dem unsagbar Bösen Eintritt gewährt. Gerade jetzt ist es soweit, und zusammen mit Leeloo macht sich Korben auf die Suche nach den vier geheimnisvollen Steinen, welche die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft symbolisieren. Zusammen mit dem fünften Element - Leben -können sie allein die Menschheit vor der Zerstörung retten. Korben nimmt den Kampf gegen die Verkörperung des Bösen auf. 
Vor mehr als zwanzig Jahren entstand die Idee zum "Fünften Element". Doch als die Erfüllung eines lange gehegten Traumes sieht Luc Besson seinen Film dennoch nicht. "Ich träume keine Filme, die ich gerne drehen würde. Film zu machen ist ein sehr langsamer Prozeß. Ich stelle mir vor, fliegen zu können, Flügel auf meinem Rücken zu haben und dann - zu fliegen wie ein Vogel. Oder zu tauchen wie ein Fisch. Das sind meine Träume." Man sollte allerdings meinen, daß ein 16jähriger andere Dinge im Kopf hat, als sich hinzusetzen und einen Science-fiction-Roman zu schreiben. 
Doch für Besson war das Schreiben eine Möglichkeit, dem Erwachsenwerden zu entfliehen. Er nennt sein Leben nicht besonders aufregend. Seine Art der Flucht sei gewesen, sich auf einen anderen Planeten zu begeben und ein Held zu sein. Doch warum ausgerechnet Science-fiction? Der französische Filmemacher hat eine erstaunliche, aber auch recht einleuchtende Erklärung. "Im Alter zwischen zwei und neun Jahren war ich fast den ganzen Tag im Wasser. Da unten ist wirklich eine fremdartige Welt - viel komplexerund anziehender als jedes Science-fiction-Buch, welches ich jemals gelesen habe. Ein Octopus oder ein Rochen sind so seltsame Lebensformen; unter Wasser gibt es wirklich völlig abgefahrene Dinge, und alles ist dreidimensional. Und stell dir nur mal das Blau vor - man sieht keinen Grund - dieses Gefühl wird man auch im Weltraum haben. Man kann seine Welt vergessen. Vermutlich habe ich so Zugang zur Science-fiction gefunden, die Fähigkeit, sich andere Welten vorzustellen und für andere Dinge aufgeschlossen zu sein." 
Für "Das fünfte Element" arbeiteten so namhafte Künstler wie der Modemacher Jean-Paul Gaultier, der alle Kostüme entwarf, der Comiczeichner Moebius, und für das Produktionsdesign zeichnet Dan Weil verantwortlich, der bereits viermal zuvor mit Luc Besson zusammengearbeitet hatte. 
Am Drehort sah es wie in einem futuristischen Supermarkt aus. 
Hat es den französischen Filmemacher nicht in den Fingern gejuckt, sich das eine oder andere Souvenir mitzunehmen? "Wir haben viele Dinge zu unserem Vergnügen behalten. Zum Beispiel ein Modell von Korbens Taxi - es ist ungefähr sechzig Zentimeter lang." 
Im "Fünften Element" bedroht das Böse aus einer anderen Dimension die Erde. Glaubt Luc Besson, daß dort draußen eine böse Kraft existiert? "Ich glaube an eine andere Form von Leben. Ich glaube nicht, daß unsere Art der Fortpflanzung und Energieaufnahme die einzige Art zu Leben ist." Und er zieht wieder den Ozean zur Erklärung heran: "Im Ozean, in zehntausend Metern Tiefe, gibt es eine Lebensform, die sich von Schwefel ernährt. Eine Zelle kann auf zwei Arten existieren: durch die Fortpflanzung oder die Unsterblichkeit. Das Böse, das ich in meiner Geschichte beschreibe, ist eine Metapher für den Krebs. Das Böse existiert nicht aus Gewinnsucht oder sonst einem Motiv, sondern sein einziges Ziel ist es, Leben zu vernichten. Eine Krebszelle ist unsterblich. Und ist es nicht ein sehr sonderbares Konzept, daß ein Körper an der Unsterblichkeit sterben kann?" 

©Myra Çakan
Das fünfte Element / Frankreich 1997; Regie: Luc Besson

Kommentare:

Achmed Khammas hat gesagt…

Oh ja... eigentlich mein liebster (neuerer) SF-Film - denn davor war es 2001, der Klassiker. Aber das 5. Element ist mit so viel Liebe fürs Detail gemacht (Gaultier zupfte jedes Kostüm eigenhändig zurecht), daß ich den Film jedes Jahr wieder sehen kann (was bei mir mit keinem anderen geht).

Danke für den Hinweis, daß dies nur das "halbe Buch" ist - vielleicht treffe ich Besson ja einmal: dann werde ich ihn beknien, eine Fortsetzung zu drehen :-))

Myra Çakan hat gesagt…

SF-Filme mit Detailreichtum kann man immer wieder sehen. Die machen einfach Spaß.